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Kategorie: Allgemein

Buchvorstellung Anni und Alois – Arm sind wir nicht

Zur Zeit hält sich die Arbeit im Garten noch in Grenzen und so möchte ich die Zeit nutzen und Euch das Buch „Anni und Alois – Arm sind wir nicht“ vorstellen.

Wie viele Dinge braucht der Mensch?

Dieses Buch befasst sich mit dem Leben Des Ehepaares Anni und Alois.

Beide wohnen auf einem alten Bauernhof im Bayerischen Wald. Hier haben sie weder eine Heizung noch ein Bad mit fließend warmen Wasser. Sie besitzen kein Auto und fahren auch nicht in den Urlaub.

Glücklich mit dem einfachen Leben

Das Ehepaar führt ein sehr einfaches und bescheidenes Leben. Die Kosten für Versicherung sowie gesetzliche Pflichtausgaben bestreiten sie über die kleine Rente, die Anni erhält.

Während des Lesens und Betrachtens der Bilder, die Fotograf Stefan Rosenboom geschossen hat, bekommt man einen Einblick in das einfache Leben des Ehepaares.

Keine Heizung, nur der Küchenofen, der für Wärme sorgt. Kein fließend warmes Wasser, dafür hofeigenes Quellwasser.

Trotzdem hat man während des Lesens nie den Eindruck, dass die Beiden unglücklich wären.

Stattdessen liest man immer wieder Annis Worte „Arm sind wir nicht.“

Selbstversorgung

Auf dem Hof bauen die Beiden eine Menge Obst und Gemüse an und halten zudem noch Hühner, Enten, Gänse und Fasane.

Im Haus befinden sich in diversen Räumen Kühltruhen und Kisten, in denen die Ernten gelagert werden.

Darüber hinaus baut Anni sogar Tabak für ihren Mann Alois an, da er so gerne raucht.

Ein Zubrot durch Obstbaumveredelung und Kurse

Die schmale Rente bessert Anni auf, indem sie Obstbäume veredelt und hierzu Kurse gibt. Darüber hinaus verkauft sie hin und wieder ein Huhn oder eine Gans.

Glücklich ohne Konsum

In unserer Welt der Medien und des Konsum wirkt es kaum vorstellbar ein solches Leben zu leben und trotzdem glücklich sein zu können.

Ist es doch oftmals eher so, dass wir bestrebt sind immer mehr zu verdienen und hierdurch auch immer mehr zu konsumieren.

Auf der anderen Seite wünschen sich aber auch immer mehr Menschen einen Gang runterschalten zu können. So arbeiten viele darauf hin, nicht bis 67 arbeiten zu müssen oder die Arbeit in Teilzeit ausführen zu können.

Da gibt es Frugalisten, die in möglichst kurzer Zeit durch extreme Minimierung ihrer Ausgaben möglichst viel Geld beiseite legen möchten, um von ihrem Ersparten oder den Zinsen und Dividenden leben zu können.

Fazit

Wenngleich das Leben von Anni und Alois sehr einfach wirkt und es vermutlich nicht viele Menschen geben wird, die ein solches Leben anstreben, so können wir uns von ihnen doch inspirieren lassen.

Es braucht nicht unendlich viele materielle Dinge, um glücklich sein zu können. Es muss nicht immer das Neueste von allem sein.

Fragen wir uns doch einmal, ob ich all die materiellen Dinge bräuchte, wenn nur ich sie sehen könnte und niemand anders eine Meinung dazu hätte.

Ich habe dieses Buch wirklich gerne gelesen.

Du findest auch Beiträge über Anni und Alois auf Youtube:

https://www.bild.de/video/clip/bild-am-sonntag/leben-wie-vor-100-jahren-37975822.bild.html

Rückblick 2019 – Vorschau 2020

Rückblick 2019

Das Jahr 2019 war bei uns ein Jahr voller Höhen und Tiefen. Nachdem wir in den letzten Jahren bereits einige Erfahrungen mit verschiedenen Nutztieren sammeln konnten, haben wir uns 2019 zunächst von der Hühner- und Kaninchenhaltung verabschiedet.

Wir konnten den Tieren nicht so gerecht werden wie wir es wollten.

Dafür haben wir uns unseren lang ersehnten Traum einer Terrassenüberdachung erfüllt und nur das Nötigste im Garten gemacht.

Aus diesem Grund hab es 2019 auch keine nennenswerten Erträge, bis auf ein paar Äpfel, Pflaumen und Tomaten.

Vorschau 2020

Seit geraumer Zeit träume ich davon unseren Hof so zu bewirtschaften, dass er uns das ganze Jahr über mit Nahrung versorgt.

Hiermit würden wir gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen:

  • Wir würden automatisch weniger Müll produzieren
  • Es gäbe wirklich frische und gesunde Nahrung, die nicht bereits tausende Kilometer per Schiff oder LKW zu uns geliefert wurde.
  • Die ganze Familie kann eine Menge über Tiere, Pflanzen, Ernährung und Konservierung lernen.
  • Wir können uns eine Oase für Mensch und Tier schaffen.

Im Jahr 2020 wollen wir deshalb ein paar alte Bäume und Büsche entfernen und neue Beete, Hecken und eine Streuobstwiese anlegen.

Die Weide soll zudem mehrfach unterteilt werden und wir planen diese wechselnd von Schweinen, Schafen und Geflügel zu beweiden.

Hierdurch wollen wir blühende Weiden schaffen, die Lebensraum für viele Insekten und Vögel sind.

Wir wünschen allen ein gesundes neues Jahr!

Erste Ergebnisse seht Ihr hier: Tiefkulturbeet anlegen

Nachhaltigkeit – Müllvermeidung

Im heutigen Beitrag möchte ich das Thema Müllvermeidung behandeln.

Alle 14 Tage fallen acht gelbe Säcke Müll an

Bisher habe ich die Säcke, die alle 14 Tage vor die Tür gestellt werden weder gezählt noch habe ich mir Gedanken darüber gemacht.

Dieses Mal war alles anders. Ich habe gezählt 5, 6, 7… 8 gelbe Säcke!!!

Nun könnte ich mich rausreden und sagen, dass die Säcke nie prall gefüllt sind und wir die Verpackungen auch nicht klein falten, aber das wäre eine miese Entschuldigung.

Wie können wir weniger Müll produzieren?

Bedingt durch unsere Lebensmittel- und Verpackungsgesetze findet man im Lebensmitteldiscounter nur sehr wenig unverpackte Lebensmittel.

Ebenso ist es Fleischereigeschäften oft nicht erlaubt, selbst mitgebrachte Aufbewahrungsmöglichkeiten zu füllen.

Auf Wochenmärkten kaufen

Eine, wie ich finde sehr gute Option ist es, hiesige Wochen- oder Bauernmärkte zu besuchen.

Hier werden zu einem Großteil regionale Produkte angeboten und das Verpackungsmaterial hält sich ebenfalls in Grenzen.

Gerade bei Obst und Gemüse können wir auf Plastikverpackung verzichten und die Ware in mitgebrachten Stoffbeuteln verstauen.

Unverpacktläden

Die hier angebotenen Produkte könnt Ihr in selbst mitgebrachten, wiederverwendbaren Gefäßen unterbringen.

Natürlich fällt für jeden Laden auch Verpackungsmüll an, sodass man meinen könnte, dass der Müll einfach nur verlagert wird. Tatsächlich wird aber für Großgebinde oft weniger Müll verbraucht, als für kleine Einzelmengen.

Darüber hinaus sind die meisten Ladenbesitzer stark darauf aus, die Ware von ihren Lieferanten so wenig verpackt wie nur möglich zu bekommen.

Leider machen die geltenden Lebensmittel- und Verpackungsgesetze manchmal einen Strich durch diese Bemühungen.

Hierzu kann ich auch den interessanten Artikel Wie viel Müll fällt bei Unverpackt-Läden an von wastelandrebel.com

Kaufen in Hofläden

In Hofläden bekommt Ihr überwiegend auf dem jeweiligen Hof oder zumindest regional erzeugte Produkte.

Das bedeutet, dass die Transportwege und auch die Verpackungsmengen bereits stark reduziert sind.

Hier bekommt Ihr auch Fleisch etc. Beispielsweise als gemischte Boxen zu einem bestimmten Kilopreis. Die Ware könnt Ihr sogar unverpackt, in Fleischkisten kaufen.

Müllvermeidung – Fazit

Müllvermeidung ist manchmal gar nicht so leicht.

Wichtig ist es, sich zunächst einmal mit der Thematik auseinanderzusetzen und bewusst einkaufen zu gehen.

So handhaben wir es nun auch. Darüber hinaus kaufen wir in Zukunft vermehrt auf dem Wochenmarkt sowie auch in einem Unverpacktladen.

Kleiner Tipp:

Manches, was in extra viel Plastik gewickelt ist, kann man auch leicht selbst herstellen – Nudeln zum Beispiel.

Wir werden Euch weiter über unsere Fortschritte auf dem Laufenden halten.

Selbstversorgung – Geht das?

Im heutigen Artikel möchte ich darauf eingehen, ob Selbstversorgung in der heutigen Zeit und Gesellschaft überhaupt möglich ist.

Können wir uns eigentlich noch selbst versorgen? Können wir so viel Nahrung in unserem Garten produzieren, dass es für eine Familie reicht?

Wie viel Nahrung braucht ein Mensch pro Tag?

Quelle: tk.de

Somit hätten wir einen groben Richtwert für den täglichen Kalorienbedarf. Um es einfach zu machen unterstelle ich an dieser Stelle, dass wir als vierköpfige Familie ca. 10.000 Kilokalorien pro Tag verbrauchen. Mir ist bewusst, dass ich damit für vier Erwachsene rechne, aber ich berechne auch nicht explizit die tatsächliche Aktivität sowie Verluste durch verdorbene Nahrungsmittel etc.

10.000 kcal pro Tag bedeutet, dass wir pro Jahr 3,65 Millionen Kilokalorien erzeugen müssen.

Stellt sich als nächstes die Frage, woher die Energie aus unserer Nahrung stammt.

Diese unterteilt sich zunächst in die Makronährstoffe

  • Eiweiß
  • Fett
  • Kohlenhydrate

Eiweiß und Kohlenhydrate haben einen Energiegehalt von je 4,1 kcal je Gramm.

Fett hat einen Energiegehalt von 9,3 kcal je Gramm.

Sehr vereinfacht gesagt würde das bedeuten, dass wir am ehesten mit Fett unseren Energiebedarf decken könnten.

Jeder von uns weiß jedoch, dass Ernährung deutlich komplexer ist.

Wer sich damit näher befassen möchte, dem empfehle ich die Seite der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.

Die Grundnahrungsmittel

Als Grundnahrungsmittel unterscheiden wir zunächst

  • Getreide und Pseudogetreide (Weizen, Roggen, Mais, Quinoa, Amaranth, etc)
  • Getreideprodukte (Brot, Nudeln etc)
  • Wurzel- und Sprossknollen (in erster Linie Kartoffeln)
  • Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Bohnen)
  • Tierische Produkte.

Mit diesen Grundnahrungsmitteln decken wir unseren Energiebedarf. Für die Selbstversorgung stellt sich nun die Frage welche Lebensmittel viele Kalorien liefern, auf welcher Fläche sich welche Menge anbauen oder züchten lässt und wie komplex die Verarbeitung ist.

Welche Lebensmittel haben viele Kalorien?

Die Rede ist hier nicht von irgendwelchen Fertigprodukten. Wer sich über Selbstversorgung Gedanken macht, der sollte sich auch fragen wie er den hohen Kalorienbedarf decken kann.

Getreide und Pseudogetreide

Weizen hat pro 100g einen Nährwert von ca. 308 Kalorien.

Mit gerade einmal 811 Gramm Weizen könnte man also bereits den Tagesbedarf decken.

Bei Quinoa sind es pro 100g ca 343 Kalorien.

Mais kommt auf etwa 331 Kalorien pro 100g.

Bei Getreide und Pseudogetreide stoßen wir aber schnell auf ein paar Probleme:

Zum einen müssen wir regelrechte Getreidefelder anlegen.

Darüber hinaus sind für die Weiterverarbeitung teilweise umständliche Schritte wie das Dreschen, Spelzen, Reinigen und Mahlen notwendig, um Getreide vielseitig verwenden zu können.

Trotzdem werden wir mit der Zeit auch Anbauversuche mit Getreide auf unserem Hof starten.

Die Kartoffel

100 Gramm gekochte Kartoffeln enthalten 69 kcal.

Für 2500 kcal täglichen Energiebedarf müsste ich also 3,62 Kilo Kartoffeln essen.

Natürlich habe ich nicht vor mich rein von Kartoffeln zu ernähren, allerdings sollte dies einmal die Menge verdeutlichen, die im Vergleich zum Getreide benötigt wird.

Dafür punktet die Kartoffel aber in puncto Lagerung, Verarbeitung und Geschmack.

Hülsenfrüchte

Rote Linsen kommen pro 100g auf 352 kcal.

Kichererbsen schaffen 364 kcal pro 100g.

Sojabohnen schaffen sogar 446 kcal.

Weiße Bohnen, Dicke Bohnen und auch grüne Bohnen bringen es zwar auf mehr Kilokalorien pro 100g als Kartoffeln, liegen jedoch allesamt unter 100 kcal.

Tierische Produkte

Eier – 154 kcal pro 100g

Geflügel – 110 kcal pro 100g

Rindfleisch – 139 kcal pro 100g

Schweinefleisch – 274 kcal pro 100g

Kaninchenfleisch – 142 kcal pro 100g

Milch – 47 kcal pro 100g

Honig – 304 kcal pro 100g

Mit diesen, zugegeben, sehr wenigen Werten habe ich für den Anfang schon einmal einen ganz groben Richtwert.

Fazit

Wir können sehen, dass wir schon eine gewisse Menge an Grundnahrungsmitteln benötigen, um unseren täglichen Bedarf zu decken. Dies ist schwieriger, als sich im Supermarkt einfach nur die Nährwertangaben in der Tabelle anzusehen und dann aufzupassen, dass man nicht zu viel zu sich nimmt.

Dieser Artikel gibt nun jedoch noch keine definitive Aussage über die Machbarkeit der Selbstversorgung.

Hierzu werde ich in einem späteren Artikel noch ausführlicher eingehen und beispielsweise der frage nachgehen, wie viel Fläche ich für meine Bedarfsdeckung eigentlich benötige.

Selbstversorgung – eine Herausforderung

Ich sehe schon jetzt, dass es nicht ausreichen wird, wenn ich meine zwei Hochbeete mit Gemüse bestücke und noch ein paar Kartoffeln, Zucchini und Gurken ernte.

Trotzdem bin ich wirklich gespannt, welche Erkenntnisse ich hier im Laufe der Zeit zusammentragen werde.

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