Der Frühling ist da, die Temperaturen steigen allmählich und es ist Zeit, sich um die Anzucht des Saatguts zu kümmern.

Tomaten und Pepperoni

Altes Saatgut sollte man zuvor auf seine Keimfähigkeit prüfen.

Bei dem neuen Saatgut versuche ich überwiegend alte Gemüsesorten zu kaufen und kein Hybridsaatgut zu verwenden.

Dies hat den Vorteil, dass ich später auch selbst Saatgut gewinnen kann.

Mein Saatgut kaufe ich am liebsten bei Dreschflegel.

Der Zeitvorsprung

Wer sein Saatgut vorzieht, kann seinen Gemüsepflanzen einen Zeitvorteil verschaffen. Während es im Februar und März noch zu kalt ist, um das Saatgut Draußen zum Keimen zu bringen, lassen sich Mit Licht und Wärme, z.B. Auf der Fensterbank bereits die ersten Gemüsepflänzchen anziehen.

Dies hat den Vorteil, dass die Pflanzen dann, sobald die Temperaturen steigen und Nachtfröste nicht mehr zu erwarten sind, in die dafür vorgesehen Beete gepflanzt werden können und so bereits einen Zeitvorsprung von vier bis acht Wochen gegenüber der Direktsaat haben.

Licht und Wärme

Für die erfolgreiche Saatgut Anzucht benötigen die Pflanzen ausreichend Licht und Wärme.

Hierzu eignet sich zum einen die Fensterbank in einem beheizten Zimmer.

Wer aber nichts dem Zufall überlassen will, der kann sich auch eine

Heizmatte

und künstliches Licht

kaufen und somit das Wachstum der Jungpflanzen besser planen und regulieren.

Welche Pflanzen kann ich vorziehen?

Grundsätzlich lassen sich so ziemlich alle Gemüsepflanzen vorziehen.

Viel mehr muss man sich vermutlich nach dem eigenen Bedarf und auch dem zur Verfügung stehenden Platz auf den Fensterbänken richten.

Folgende Pflanzen habe ich bereits erfolgreich in Mini-Gewächshäusern vorgezogen:

  • Porree
  • Mais
  • Tomaten
  • Paprika
  • Pepperoni
  • Gurken
  • Sellerie
  • Knollenfenchel
  • Blumenkohl
  • Brokkoli
  • Rotkohl
  • uvm.

Der richtige Zeitpunkt

Um den richtigen Zeitpunkt für die Anzucht des Saatguts herauszufinden gibt es verschiedene Methoden:

Am einfachsten ist es sicherlich, sich an die Hinweise auf den Verpackungen zu halten.

Hierzu noch ein Tipp: Sät nicht alle Samen zum gleichen Zeitpunkt aus, sondern über mehrere Tage und Wochen verteilt.

So reift Euer Gemüse nach und nach und ihr müsst nicht 100 Kohlrabi an einem Tag essen 😉

Einen weiteren Weg habe ich aus dem Buch Mini Farming von Bret L. Markham.

Hier werden anhand von Beispielen verschiedene Zeitpunkte für die Anzucht von Saatgut errechnet.

Markham nutzt hierfür die Daten aus seinem Tagebuch, um herauszufinden, wann im letzten Jahr der erste und letzte Frosttag war und errechnen von diesen Tagen an, den richtigen Zeitpunkt von der Anzucht bis zum Auspflanzen.

Tagebuch führen

Für seinen Gemüsegarten sollte man also ein Tagebuch führen. In diesem kann man dann immer wieder nachlesen welches Wetter an welchem Tag war, welches Gemüse besonders gut oder besonders schlecht gelaufen ist und vieles mehr.

Mein Fazit

Auch wenn ich persönlich noch ganz am Anfang meines ertragreichen Gemüsegartens stehe, so merke ich immer wieder wie wichtig es ist, hier bei uns im hohen Norden bestimmtes Saatgut vorzuziehen.

Hierdurch wird es bei manchen Pflanzen überhaupt erst möglich, dass es bis zur Reife wachsen kann, bevor die Temperaturen wieder fallen.

Auf der anderen Seite ist das Führen eines Tagebuchs wirklich sinnvoll.

Es gibt so viele Dinge, die man kennen und beachten kann und sollte.

Vieles ist bereits bekannt und kann im Internet oder in Büchern nachgelesen werden, aber das Schreiben im eigenen Tagebuch hilft mir persönlich dabei sich die ganzen Informationen überhaupt erst merken zu können.

Darüber hinaus gibt es in jedem Garten auch individuelle Faktoren, die eben jeder nur persönlich herausfinden kann.