Zurück zu den Wurzeln

Monat: Oktober 2019

Selbstversorgung – Geht das?

Im heutigen Artikel möchte ich darauf eingehen, ob Selbstversorgung in der heutigen Zeit und Gesellschaft überhaupt möglich ist.

Können wir uns eigentlich noch selbst versorgen? Können wir so viel Nahrung in unserem Garten produzieren, dass es für eine Familie reicht?

Wie viel Nahrung braucht ein Mensch pro Tag?

Quelle: tk.de

Somit hätten wir einen groben Richtwert für den täglichen Kalorienbedarf. Um es einfach zu machen unterstelle ich an dieser Stelle, dass wir als vierköpfige Familie ca. 10.000 Kilokalorien pro Tag verbrauchen. Mir ist bewusst, dass ich damit für vier Erwachsene rechne, aber ich berechne auch nicht explizit die tatsächliche Aktivität sowie Verluste durch verdorbene Nahrungsmittel etc.

10.000 kcal pro Tag bedeutet, dass wir pro Jahr 3,65 Millionen Kilokalorien erzeugen müssen.

Stellt sich als nächstes die Frage, woher die Energie aus unserer Nahrung stammt.

Diese unterteilt sich zunächst in die Makronährstoffe

  • Eiweiß
  • Fett
  • Kohlenhydrate

Eiweiß und Kohlenhydrate haben einen Energiegehalt von je 4,1 kcal je Gramm.

Fett hat einen Energiegehalt von 9,3 kcal je Gramm.

Sehr vereinfacht gesagt würde das bedeuten, dass wir am ehesten mit Fett unseren Energiebedarf decken könnten.

Jeder von uns weiß jedoch, dass Ernährung deutlich komplexer ist.

Wer sich damit näher befassen möchte, dem empfehle ich die Seite der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.

Die Grundnahrungsmittel

Als Grundnahrungsmittel unterscheiden wir zunächst

  • Getreide und Pseudogetreide (Weizen, Roggen, Mais, Quinoa, Amaranth, etc)
  • Getreideprodukte (Brot, Nudeln etc)
  • Wurzel- und Sprossknollen (in erster Linie Kartoffeln)
  • Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Bohnen)
  • Tierische Produkte.

Mit diesen Grundnahrungsmitteln decken wir unseren Energiebedarf. Für die Selbstversorgung stellt sich nun die Frage welche Lebensmittel viele Kalorien liefern, auf welcher Fläche sich welche Menge anbauen oder züchten lässt und wie komplex die Verarbeitung ist.

Welche Lebensmittel haben viele Kalorien?

Die Rede ist hier nicht von irgendwelchen Fertigprodukten. Wer sich über Selbstversorgung Gedanken macht, der sollte sich auch fragen wie er den hohen Kalorienbedarf decken kann.

Getreide und Pseudogetreide

Weizen hat pro 100g einen Nährwert von ca. 308 Kalorien.

Mit gerade einmal 811 Gramm Weizen könnte man also bereits den Tagesbedarf decken.

Bei Quinoa sind es pro 100g ca 343 Kalorien.

Mais kommt auf etwa 331 Kalorien pro 100g.

Bei Getreide und Pseudogetreide stoßen wir aber schnell auf ein paar Probleme:

Zum einen müssen wir regelrechte Getreidefelder anlegen.

Darüber hinaus sind für die Weiterverarbeitung teilweise umständliche Schritte wie das Dreschen, Spelzen, Reinigen und Mahlen notwendig, um Getreide vielseitig verwenden zu können.

Trotzdem werden wir mit der Zeit auch Anbauversuche mit Getreide auf unserem Hof starten.

Die Kartoffel

100 Gramm gekochte Kartoffeln enthalten 69 kcal.

Für 2500 kcal täglichen Energiebedarf müsste ich also 3,62 Kilo Kartoffeln essen.

Natürlich habe ich nicht vor mich rein von Kartoffeln zu ernähren, allerdings sollte dies einmal die Menge verdeutlichen, die im Vergleich zum Getreide benötigt wird.

Dafür punktet die Kartoffel aber in puncto Lagerung, Verarbeitung und Geschmack.

Hülsenfrüchte

Rote Linsen kommen pro 100g auf 352 kcal.

Kichererbsen schaffen 364 kcal pro 100g.

Sojabohnen schaffen sogar 446 kcal.

Weiße Bohnen, Dicke Bohnen und auch grüne Bohnen bringen es zwar auf mehr Kilokalorien pro 100g als Kartoffeln, liegen jedoch allesamt unter 100 kcal.

Tierische Produkte

Eier – 154 kcal pro 100g

Geflügel – 110 kcal pro 100g

Rindfleisch – 139 kcal pro 100g

Schweinefleisch – 274 kcal pro 100g

Kaninchenfleisch – 142 kcal pro 100g

Milch – 47 kcal pro 100g

Honig – 304 kcal pro 100g

Mit diesen, zugegeben, sehr wenigen Werten habe ich für den Anfang schon einmal einen ganz groben Richtwert.

Fazit

Wir können sehen, dass wir schon eine gewisse Menge an Grundnahrungsmitteln benötigen, um unseren täglichen Bedarf zu decken. Dies ist schwieriger, als sich im Supermarkt einfach nur die Nährwertangaben in der Tabelle anzusehen und dann aufzupassen, dass man nicht zu viel zu sich nimmt.

Dieser Artikel gibt nun jedoch noch keine definitive Aussage über die Machbarkeit der Selbstversorgung.

Hierzu werde ich in einem späteren Artikel noch ausführlicher eingehen und beispielsweise der frage nachgehen, wie viel Fläche ich für meine Bedarfsdeckung eigentlich benötige.

Selbstversorgung – eine Herausforderung

Ich sehe schon jetzt, dass es nicht ausreichen wird, wenn ich meine zwei Hochbeete mit Gemüse bestücke und noch ein paar Kartoffeln, Zucchini und Gurken ernte.

Trotzdem bin ich wirklich gespannt, welche Erkenntnisse ich hier im Laufe der Zeit zusammentragen werde.

Kapitalismus vs Selbstversorgung

Einer meiner ersten Artikel soll das Thema Kapitalismus vs Selbstversorgung behandeln.

Hierbei handelt es sich um ein Thema, welches mich in letzter Zeit mehr und mehr beschäftigt.

Bitte seht mir nach, wenn meine ersten Blogartikel nicht immer super recherchiert sind. Ich gebe mir Mühe, mich immer weiter zu verbessern.

Zunächst einmal möchte ich die Bedeutung der beiden Worte aufzeigen:

Kapitalismus

Kapitalismus bezeichnet zum einen eine spezifische Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, zum anderen eine Epoche der Wirtschaftsgeschichte. Die zentralen Merkmale sind in Anbetracht des historischen Wandels und der zahlreichen Kapitalismusdefinitionen sowie ideologischer Unterschiede umstritten. Allgemein wird unter Kapitalismus eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung verstanden, die auf Privateigentum an den Produktionsmitteln und einer Steuerung von Produktion und Konsum über den Markt beruht.[1] Als weitere konstitutive Merkmale werden genannt: die Akkumulation, für manche das „Herzstück“, Hauptmerkmal und Leitprinzip des Kapitalismus,[2] und das „Streben nach Gewinn im kontinuierlichen, rationalen kapitalistischen Betrieb“.[3]
Als Epoche der Wirtschaftsgeschichte versteht man unter Kapitalismus eine wirtschaftsgeschichtliche Periode, die heute noch andauert. Sie folgte auf die Epochen des Feudalismus des europäischen Mittelalters bzw. des Merkantilismus zur Zeit des Absolutismus. In historischer Betrachtung wird dabei die Epoche des Kapitalismus in unterschiedliche Phasen oder Entwicklungsstufen eingeteilt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kapitalismus

Selbstversorgung

Selbstversorgung bezeichnet in erster Linie eine autonome – von anderen PersonenGemeinschaftenInstitutionen oder Staaten unabhängige – Lebensführung bzw. Subsistenz­weise natürlicher Personen, bei der Produzenten und Konsumenten identisch sind.[1]
Sobald mehrere Selbstversorger gezielt interagieren (Produktionsweisen koordinieren, Güter tauschen, Arbeit teilen u. ä.) spricht man von Subsistenzwirtschaft.[2]
Der Begriff Autarkie ist grundsätzlich synonym, wird jedoch eher im Zusammenhang mit der eigenen Güterbedarfsdeckung und wirtschaftlichen Unabhängigkeit ganzer Staaten verwendet.[3]

https://de.wikipedia.org/wiki/Selbstversorgung

Diese beiden Begriffe stellen jedoch nicht direkt das Gegenteil voneinander dar. Das Thema ist insgesamt sehr komplex.

Das Gegenteil des Kapitalismus ist eher die Zentralverwaltungswirtschaft.

Warum dann Kapitalismus vs Selbstversorgung?

Hier kommen wir zu den Themen die mich beschäftigen. Vielleicht geht es dem Einen oder Anderen von Euch ja auch so.

Ich bin Mitte Dreißig, habe eine Familie mit Kindern und erinnere mich noch an meine Kindheit in der meiner Vater mir immer sagte:

„In der Zukunft sollte man keine Kinder mehr in die Welt setzen.“

Fakt ist doch, dass wir hier in Deutschland und großen Teilen Europas sehr komfortabel Leben können.

Wir haben ein Gesundheits- und Sozialsystem, welches den knapp 83 Millionen Menschen, allein in Deutschland ein angenehmes Leben beschert.

Kaum jemand ist darauf angewiesen, seine Nahrungsmittel selbst anzubauen, Bekleidung und Werkzeuge herzustellen, sich für den Winter Vorräte zu sammeln.

Fast jeder kann in Deutschland einem Beruf nachgehen und so Geld für die Dinge des täglichen Gebrauchs erwirtschaften.

All dieser Fortschritt und das stetige Wachstum der Wirtschaft bleiben jedoch nicht Folgenlos. Fast jeder dürfte schon über einen oder mehrere dieser Begriffe gestolpert sein: Überbevölkerung, Naturkatastrophen, Bodendegration, Massentierhaltung und Tierleiden, Vermüllen der Ozeane und vieles mehr.

Auch der Kapitalismus ist endlich. Er ist abhängig vom stetigen Wachstum und Konsum. Sind bestimmte Ressourcen erschöpft, müssen zwangsläufig andere Ressourcen genutzt werden, um weiteres Wachstum zu garantieren.

Unser Komfort und unser geliebter Konsum werden also irgendwann ein Ende haben. Wann dieses Ende gekommen ist, weiß niemand genau.

Leben im Kapitalismus

Mit diesem Artikel möchte ich Euch keineswegs erzählen, dass ich irgendetwas besser mache. Auch ich bin in das System des Kapitalismus geboren und nutze viele diese Annehmlichkeiten. Ich fahre Auto und Motorrad, kaufe in Discountern und benutze Handy, Tablet, PC, Fernseher etc.

Trotzdem frage ich mich immer öfter, ob meine Generation oder vielleicht meine Kinder einen Zusammenbruch dieses Systems erleben werden.

Was möchte ich meinen Kinder vererben? Was möchte ich Ihnen beibringen? Sollte ich ihnen beibringen, wie sie den Kapitalismus für sich nutzen und reich werden können oder sollte ich ihnen beibringen, wie sie sich gesund selbst versorgen können?

Wenn das System zusammenbricht

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit dem Thema finanzieller Bildung und finanzieller Freiheit.

Ich will kein Experte in diesem Bereich werden und ich habe auch kein Interesse daran ein milliardenschwerer Investor zu werden, aber ich denke, dass man sich in vielen Bereich ein wenig auskennen sollte und so eben auch hier.

Immer wieder lese ich von Menschen, die sich zum Ziel machen finanziell frei zu sein.

Da gibt es die Frugalisten, die ein Minimum ihres verdienten Gehalts ausgeben und ein Maximum gewinnbringend anlegen, um dann mit 30 oder 40 Jahren von den Zinsen und Dividenden leben zu können.

Andere arbeiten viel und schaffen sich höhere Einkommen, die sie dann ebenfalls automatisieren, indem sie andere für sich gewinnbringend arbeiten lassen und/oder auch hier von Zinsen und Dividenden leben.

Immer wieder bemerke ich dabei, dass kaum einer Interesse daran hat, sein Leben lang für Geld zu arbeiten, sondern dass das größte Gut die Freizeit und Freiheit ist.

Geld scheint also hier nur das notwendige Übel zu sein.

Was aber, wenn dieses System nun auch zusammenbricht? Was, wenn Geld keinen Wert mehr hat? Theoretisch hat Geld sowieso keinen Wert, da es 1971 vom Gold losgelöst wurde und fortan theoretisch unendlich viel Geld in Umlauf gebracht werden kann.

Wenn Geld nun eines Tages nichts mehr wert ist, dann ist es vorbei mit den Zinsen und Dividenden.

Auch hier liest man von Menschen, die sich darüber Gedanken machen. Sie legen sich Vorräte an Gold und Silber oder Alkohol und Zigaretten als Tauschwährung an.

Wer weiß schon wann wir an diesem Punkt kommen werden…

Selbstversorgung

In einem endlichen System sollte man sich also vor Eintritt eines Zusammenbruchs bereits mit möglichen Alternativen auseinandergesetzt haben.

Der eine wird dann einen Vorrat an Alkohol und Zigaretten haben, der anderen vielleicht einen Obst- und Gemüsegarten für sich und seine Familie.

Hier wären wir beim Thema Selbstversorgung.

Unabhängigkeit vom Finanzsystem, unberührt von Chemie- und Agrarindustrie.

Selbstversorgung und Autarkie sind die Begriffe, die man dann immer wieder liest.

Nicht jeder möchte sich mit diesem Thema beschäftigen, geschweige denn die ganze Arbeit verrichten.

Ich finde diese Gedanken jedoch interessant. Ob ich nun Tag für Tag zur Arbeit gehe, um dafür etwas zu erhalten, was irgendwann nichts mehr wert ist, damit ich mir Dinge kaufen kann, die es irgendwann nicht mehr geben wird – oder ob ich Tag für Tag in meinem Garten etwas erschaffe, was ich selbst nutzen kann und womit ich meine Familie ernähren kann. Auch das ist für mich ein faszinierender Gedanke.

Kapitalismus vs Selbstversorgung – was denn nun?

Solange es unser Wirtschaftssystem gibt, werden wir auch immer ein gewisses Einkommen benötigen, um unsere Grundversorgung wie Nahrung, Kleidung, Wohnraum, Energie, Mobilität etc. sicherzustellen.

Es ist also wichtig, sich mit dem Thema Wirtschaft und Finanzen zu beschäftigen und einen Teil des Systems auch für sich zu nutzen.

Trotzdem möchte ich etwas mit meinen eigenen Händen erschaffen. Etwas, dass auch Generationen nach mir versorgen kann ohne zu zerstören.

Wir sind noch Lichtjahre davon entfernt mit gutem Beispiel voranzugehen, aber Umdenken beginnt ja bekanntlich im Kopf.

Ich freue mich, wenn Ihr mich und uns weiter auf unserem Blog begleitet und verfolgt, ob und wie wir uns entwickeln.

Hier erfährst du mehr zum grundlegenden Thema Selbstversorgung.

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